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Das Urobst-Konzept von Ahornblatt

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Urobst von Ahornblatt

  • das sind Sorten heimischer Arten oder wildwachsende Formen eingebürgerter Arten
  • das sind (in der Regel) Pflanzen auf eigener Wurzel
  • braucht genau so wenig Pflege wie heimische Wildgehölze (vorausgesetzt, sie sind standortgerecht gepflanzt)
  • wird nicht in Monokulturen angepflanzt, sondern Wildpflanzengemeinschaften zugeordnet
  • ist in der Regel besonders aromatisch und vitalstoffreich
  • ist meist von gedrungenem Wuchs und auch für kleine Gärten gut geeignet
  • besitzt eine hohe Widerstandskraft gegen Krankheiten
  • ist ein Grundbaustein zum Erhalt der biologischen Vielfalt

Fragen und Antworten rund um das Urobst-Konzept von Ahornblatt

Ist Ur-Obst noch etwas anderes als die sogenannten „Alten Obstsorten“?
Ja. Während es sich bei den sogenannten „Alten Obstsorten“ meist um Züchtungen aus dem 19. Jahrhundert handelt, sind Ur-Obst-Sorten oft einige Jahrhunderte älter bzw. besonders schmackhafte Formen von Wildobst.

Schmeckt Ur-Obst auch wirklich gut? Und wie sieht es mit dem Ertrag aus?
Ur-Obst hat oft kleinere Früchte und ist viel aromatischer und vitalstoffreicher als die Supermarkt-Ware und erinnert eben noch an den ursprünglichen echten Wildobst-Geschmack. Da das Urobst seine natürlichen Wuchseigenschaften bewahrt hat, ist das Verhältnis zwischen Stamm, Ästen und Früchten ausge-wogen. Das heißt: allemal genug Früchte für den Hausgarten und keine Fruchtzweige, die unter der Last der Früchte abbrechen oder gestützt werden müssen, wie oft im Ertragsanbau. Ur-Obst-Pflanzen sind deshalb schon aus diesem Grund eine ideale Verbindung aus Zier- und Nutzpflanze für Privatgärten.

Was spricht denn gegen die neugezüchteten Obstsorten?
Viele Neuzüchtungen sind Kreuzungen (Hybriden) mit ausheimischen Pflanzenarten, oft nur gezüchtet im Blick auf große, glatte, lange haltbare Früchte, bei denen der Geschmack oft auf der Strecke bleibt. Kaum bekannt ist, daß es sich inzwischen bei vielen unserer handelsüblichen Beerenobstarten (z. B. Himbeeren und Brombeeren) fast ausnahmslos um solche Hybriden handelt, die mit den heimischen Arten kaum noch etwas gemein haben. Eine Notwendigkeit für die Verwendung solcher Hybriden besteht nicht: Allein bei den Brombeeren z. B. gibt es über 300 (!) heimische Arten, mit z. T. völlig unterschiedlichem Wuchsverhalten und Fruchtgeschmack!
Die Einkreuzung ausheimischer Arten bringt überdies die bekannten grundsätzlichen ökologischen Gefahren mit sich: Viele Pflanzenkrankheiten wie Feuerbrand und Stachelbeermehltau oder Schädlinge wie die Reblaus sind bei uns zusammen mit ausheimischen Arten eingeschleppt worden und entfalten ihre verheerende Wirkung deshalb, weil sie nicht Teil des hiesigen Ökosystems sind. Und auch bei den ausheimischen Pflanzen selbst gibt es oft (allerdings manchmal erst nach Jahrzehnten) die Neigung, aus den Gärten in die freie Landschaft auszubrechen und so das Ökosystem nachhaltig zu beeinträchtigen. Herkulesstaude, Drüsiges Springkraut und japanischer Stauden-Knöterich sind nur einige der bekanntesten Beispiele.

Warum eignet sich Ur-Obst besonders für Naturgärten und kleinere Gärten?
Weil Ur-Obst einerseits genau so wenig Pflege braucht, wie die übrigen heimischen Wildgehölze (s.u.) und andererseits nicht in einem eigenen „Nutzgartenbereich“ gepflanzt, sondern einfach einbezogen wird in natürliche Pflanzengesellschaften des Naturgartens wie z.B. Schattenbereiche, Schlagflora oder Wildstrauchhecken. Das bringt einerseits ein ganz natürliches Erscheinungsbild im Garten – eben keine Obst-Monokulturen, sondern „eßbare Landschaft“ – und spart andererseits gerade in kleineren Gärten eine Menge Platz durch die Verbindung von Nutz- und Ziergarten.

Wie „pflegeleicht“ ist Ur-Obst?
Ur-Obst wird im Garten genauso behandelt wie Wildgehölze: Eine gewisse Anwachspflege in den ersten beiden Jahren nach der Pflanzung ist nötig (Freihalten der Pflanzstelle von Beikräutern, ggf. Wässern bei offensichtlichen Schwierigkeiten der Pflanzen mit Trockenheit), danach praktisch nichts mehr: kein Wässern, Düngen, Spritzen, Schneiden!

Bekommt Ur-Obst keine Krankheiten (z.B. an den Früchten)?
Ur-Obst ist wegen seiner natürlichen Eigenschaften zunächst wesentlich widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Pilzbefall als viele der neugezüchteten Sorten. Wenn es z.B. durch letztere dennoch zu „Ansteckungen“ bzw. Befall kommt, kann auch Ur-Obst leichte Krankheitsbilder zeigen, die in der Regel den Fruchtgenuß nicht wesentlich beeinträchtigen und vor allem nicht zum Absterben der Pflanze führen.

Warum ist „wurzelecht“ wichtig?
„Veredelungen“ bzw. „Okulationen“ sind vorteilhaft vor allem für die Erzeuger, da mit dieser Technik in kürzester Zeit fertige Halb- oder Hochstämme der gefragten Sorten angeboten werden können. Was zunächst nach „edel“ im Sinne einer Qualitätssteigerung klingt, bedeutet, daß diese Pflanzen nicht mehr natürlich auf ihrer eigenen Wurzel stehen, sondern künstlich zusammengesetzt sind aus einer „Unterlage“ (meist die Wurzel einer Wildart bzw. einer der Wildart nahestehenden Sorte) und dem „Edelreis“, also der Sorte, die der Käufer eigentlich haben will. Bisweilen besteht der Baum sogar aus drei Teilen: Wurzel, Stamm und Krone stammen dann von verschiedenen Pflanzen. Für den Gartenbesitzer bringt dieses Verfahren oft Nachteile: So vermehrte Pflanzen haben in der Regel andere Wuchseigenschaften als die eigentliche Art, müssen deshalb geschnitten werden und sind außerdem anfälliger für Krankheiten, was einen wesentlich höheren Pflegeaufwand mit sich bringt. Manchmal besteht auch die Neigung der Unterlage, die aufgepfropften Edelreiser „abzuwerfen“. Und außerdem: Wer mag schon „Damen ohne Unterleib“?

Woher kommt eigentlich das Ur-Obst?
Ahornblatt ist seit Jahren auf der Suche nach solchen Obstsorten und wird oft in alten Bauerngärten (z. B. in Österreich oder den Schweizer Hochalpen) oder aber auch in alten Pflanzensammlungen z. B. in Osteuropa wieder fündig. Die Zusammenarbeit mit Universitäten im In- und Ausland und die Auswertung alten Obstschrifttums z.B. auch aus Amerika bringt ständig neue Erkenntnisse und Funde.

Jetzt weiter zum Urobst im Pflanzenmarkt.


 
 
 

Ein Kommentar zu “Das Urobst-Konzept von Ahornblatt”

  1. Ahornblatt GmbH » Ahornblatt mit Urobstagebot im SWR Fernsehen
    14. Dezember 2015 um 20:40

    […] Das Urobst-Konzept von Ahornblatt […]